4 Mädels

2001, irgendwann im Frühjahr, sahen meine Mutter und ich ein zwei oder drei Folgen Sex and the City. Nach der dritten meinte sie dann, die Serie wäre nichts für mich 13-jähriges Mädchen. Fand ich schade, aber auch nicht mehr. War die Serie doch extrem unrealistisch. Die meiste Zeit saßen Carrie, Sam, Charlotte und Miranda irgendwo in einem Café vor Reispudding, halben Grapefruits und Kaffee und unterhielten sich stundenlang über Männer, Penisse und Sex. Das Frauen das taten und überhaupt, dass dieses Thema so viel Gesprächsstoff liefern würde, fand ich unglaubwürdig.

Mit 19 fand ich die Serie dann schon unterhaltsamer. Meine Exfreundin und ich haben uns die ganzen Staffeln nach Weihnachten 2006 reingezogen. Die Serie hatte durchaus Unterhaltungswert.

Jetzt, mit 30, frage ich mich schon das ein oder andere mal, wie naiv ich damals 2001 (und auch noch 2006) sein konnte.

Gestern waren meine Mädels da. Wir saßen um meinen Couchtisch und aßen Pizza (Low-Carb für mich, ist ja Fastenzeit) und tranken Sekt (sie) und Wasser (ich). Auch wenn unser Themenspektrum breit gestreut war (Lila will in einem Nutellaglas bestattet werden, ich nehme dann die Bordeaux-Flasche), nahmen dennoch ein großer Teil des Abends Männer ein. Wir sprachen über Konstantin, der Lila noch vor dem ersten Date vorgewarnt hatte, er hätte einen Mega-Schwanz und zwei seiner Exfreundinnen hätten nur mit ihm Schluss gemacht, weil sie es mit dieser enormen Größe nicht aufnehmen konnten – Lila ihn jedoch eher in die entgegengesetzte Richtung einordnen würde (wer sagt es ihm?). Wir sprachen über Anwälte, die unter ihrer Robe nackt sind und wir sprachen über Johannes, der Dori seit 5 Jahren (!!) regelmäßig zum Essen und ins Theater ausführt, der ab und zu ihre Hand hält und sie in diesen fünf Jahren ein einziges Mal geküsst hat (2 Jahre her). Die einzigen Themen, das wir nicht hatten, waren Klamotten und Mode.
Irgendwann lag ich mit Lachtränen in den Augen auf der Couch und hatte Schmerzen im Zwerchfell.

So läuft es eigentlich immer, wenn wir Mädels aufeinandertreffen. Egal, ob wir uns bei einer von uns treffen oder in einem Café. Ich liebe sie und bin froh, sie in meinem Leben zu haben. So unterschiedlich wie wir auch sind. So unterschiedlich auch unsere Ansichten sein mögen.

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Timemanagement

Ich plane gerne. Listen, BuJos, Notizbücher sind voll von Plänen für alles mögliche. Etwas schwerer fällt es mir dann schon, mich daran zu halten.

Wie katastrophal ich daran scheitern kann, möchte ich nun auch einmal aufzeigen.

1. Meine Hausarbeit in Sprachwissenschaft

Die Hausarbeit habe ich im September angemeldet. Ich saß bei der Dozentin im Büro, wir haben meine Gliederung durchgesprochen und das Thema der Hausarbeit. Als das alles geklärt war, wurde das Anmeldeformulare ausgefüllt, von ihr unterschrieben und abgeschickt. Abgabetermin der HA war nun der 22.11.2017.
Zwei Wochen später bekomme ich die Nachricht, dass das Formular veraltet war und ich das ganze neu ausfüllen müsste. War ja kein Problem. Ein neues Formular bedeutete auch, dass der Abgabetermin sich nach hinten verschob. Nun fiel er auf den 14.12.2017.
Sogleich machte ich mir einen Plan für die Hausarbeit. Bis wann ich die Literatur rausgesucht haben sollte, die Gliederung fertig, die Einleitung usw. Die gesamten 3 Monate waren sehr gut ausgelastet, die Hausarbeit konnte entspannt geschrieben werden. Sogar eine Liste mit den einzelnen Arbeitsschritte zum Abhaken habe ich mir gemacht.
Die kam nur nie zum Einsatz. Das Ende der Geschichte ist, dass mir am 1.12. siedend heiß einfiel, dass da noch eine Hausarbeit geschrieben werden musste. Im Endeffekt hatte ich 6 Tage Zeit um das Ding zu schreiben.

Keine schöne Erfahrung.

2. Das Stundenprotokoll in Gesprächslinguistik

Um meinen BN in Gesprächslinguistik zu bekommen, musste ich ein Stundenprotokoll schreiben. Besser gesagt, ein Vorlesungsprotokoll. Also saß ich im Oktober brav in der Vorlesung, schrieb eine Stunde lang mit und machte auch Fotos von den Folien (die nicht online gestellt wurden). Danach schwor ich mir, nie wieder in diese grausam langweilige Veranstaltung zu gehen.
Das Protokoll habe ich dann zwei Tage vor Abgabetermin (16.2) geschrieben. Weil mein Drucker zuhause kaputt war, packte ich das Dokument auf zwei USB-Sticks und wollte es (am 15.2.) in der Unibibliothek ausdrucken. Leider musste ich feststellen, dass beide USB-Sticks kaputt waren… Also etwas panisch zuhause nach anderen Speichermedien gesucht. Zusätzlich hab ich das Dokument in die Cloud gepackt.
Am 16.2. hatte ich 40 Minuten Zeit das Dokument auszudrucken und abzugeben.
Zunächst hatte der RE Verspätung. Dann gab es zusätzlich einen Stromausfall bei der Rheinbahn und ich stand 15 Minuten auf halber Strecke zur Endhaltestelle. Meine Zeit minimierte sich auf 10 Minuten. In der UniBib war der Drucker im Erdgeschoss kaputt, der Drucker im ersten Stockwerk nicht angeschaltet und erst der 3. im Obergeschoss konnte mein Dokument drucken. Im Endeffekt gaben ich das Dokument 5 Minuten zu spät ab und kann nur von Glück sprechen, dass es noch angenommen wurde.

3. TÜV und mein Fahrzeugbrief

Im Januar war der TÜV für meinen kleinen Twingo fällig. Was ich völlig übersehen habe, da mir auch mein Fahrzeugschein abhanden gekommen ist. Kasimir und ich schieben uns dafür gegenseitig den schwarzen Peter zu. Jedenfalls fiel mir das mit dem TÜV erst auf, als ich schon 250 km von meiner Wohnung entfernt mit dem Wagen in der Werkstatt stand und die gute Frau mir sagt, ohne Fahrzeugschein gibts keinen TÜV. Allerdings gibts ohne TÜV auch keinen neuen Fahrzeugschein. Die Lösung: Der Fahrzeugbrief musste her. Der war aber, natürlich, bei mir in der Wohnung. Also wie rankommen? Nicholas musste ran und mir den Schein schicken. Samstag machten wir einen Expressbrief fertig – der bei der Filiale nicht angekommen wurde, weil 10 Uhr schon vorbei war und man das dann erst Montag wieder annehmen würde (Humbug). Dann sollte das Ding halt Dienstag ankommen. Tja… am Montag gab es dann aber einen Stromausfall und einen Ausfall bei der Telekom und der Brief konnte wieder nicht angenommen werden. Was nun? Nicholas bot an, mir den Brief zu bringen. Treffen auf halber Strecke. Zum Glück konnte ich dann doch auf den Brief verzichten, der TÜV war so nett es mit einer Kopie des Fahrzeugscheins zu machen und mir nur die Auflage erteilt, ein paar Tage später bei der Zulassungsbehörde alles weitere zu veranlassen.
Auch hier ist es noch einmal gut gegangen – allerdings mit sehr viel Herzklopfen und mittelschweren Panikattacken.

Jedenfalls hab ich mir geschworen, mir diesen Stress nicht mehr zu geben und mein Zeitmanagement zu optimieren und das wichtigste: mich daran zu halten.

Irrenhaus Universität

Eine kurze Episode nach der Verteilung von BN-Leistungen:

Dozentin: wer ist denn jetzt noch ohne Abstract oder Essay?

Kommilitonin meldet sich: ich bräuchte noch was

Dozentin: was möchten Sie denn machen?

K: was ist denn noch frei?

D: suchen Sie sich was aus.

K: welcher Text ist denn der kürzeste?

D: das tut sich nichts. Die Texte sind alle so um die 15 Seiten lang. Die Verszahlen stehen auf Ihrem Handout, da müssten Sie selbst nachzählen.

K: und was war noch mal der Unterschied zwischen Essay und Abstract?

D: wie schon mehrmals gesagt: Abstract ist die Kommentierung der Fachliteratur, dass Essay eine Behandlung der Primärliteratur.

K: und welches davon ist kürzer?

D: beides sollte 2-3 Seiten umfassen.

K: und welcher von den Texten ist am leichtesten zu verstehen bzw. macht am meisten Spaß?

D: ähm… die Texte von Frau Gerok-Reiter lassen sich sehr leicht runterlesen.

K: welche sind das?

D: das können Sie auf Ihrem Handout sehen. „Der Außergewöhnliche“ und „der Ritter“.

K: Dann geben Sie mir einen davon.

D: So läuft das nicht. Suchen Sie sich einen aus.

K: ähm… der Ritter.

D: Abstract oder Essay.

K: … Abstract?

BuJo 2018 Set Up – Teil II

Das Originalkonzept von Ryder Carroll findet auf den ersten Seiten des BuJos statt… alles was „hinten“ ist, ist eine Erweiterung, entwickelt von Listenfreaks, die alles in ihrem Leben irgendwie sammeln, oder planen wollen – oder Spaß am Lettering haben.

Spaß an der Sache ist übrigens eine Sache, die viele nicht verstehen. Wenn man sagt, man führe ein Bullet Journal, darf man sich oft anhören „Aber in der Zeit könntest du doch was anderes machen, einem Hobby nachgehen oder so.“ Joah… ich könnte natürlich die halbe Stunde pro Woche in etwas anderes investieren. Eine Folge Big Bang Theory gucken, den Kühlschrank plündern oder lesen. Aber wieso sind das akzeptierte Hobbys und das Gestalten eines Kalenders nicht?

Egal… hier kommt Teil 2 meines BuJo 2018 Set Ups 😉

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Ja… der Haushaltstracker ist ziemlich selbsterklärend 😀 Aber wenn man es mit dem Haushalt nicht so hat wie ich *dumdidum* muss das sein.

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BuJo 2018 Set Up – Teil I

Noch eine Woche, dann rutschen wir alle mehr oder wenig vorbereitet ins neue Jahr. Der eine feiert ausgelassen an einem besonders coolen Ort, der andere (ich) hat Angst vor blauen Flecken und verkriecht sich mit seinen Freunden Ben und Jerry ins Bett und guckt alte Filme auf Netflix.

Zumindest starte ich mit einem neuen Bullet Journal ins neue Jahr. Mein altes hat genau 5 Monate gehalten und sieht jetzt ziemlich zerflattert aus. Mein neues ist ein A6 Kompagnon Metallic von Brunnen in Gold.

Es ist mittlerweile mein 4. BuJo und so langsam habe ich raus, welche Seiten ich brauche – und welche nicht.

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Nach 4 BuJos ist die Legende nur noch Beiwerk. Aber es gehört halt dazu.

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Meine Top Ten der kitschigsten Filme aller Zeiten: #9

„The Spirit of Christmas“ ist ein verschneiter Weihnachtsfilm aus dem Jahr 2015. Es ist ein typischer US-Fernsehfilm, der auch gut aus dem Hause Hallmark sein könnte, die ja bekanntlich die kitschigsten Fernsehfilme produzieren (und die schönsten Grußkarten…). Allerdings ist diesmal MarVista Entertainment verantwortlich.

Die Anwältin Kate wird 12 Tage vor Weihnachten zu einem verschneiten alten Anwesen geschickt um den Verkauf in die Wege zu leiten, nachdem die Besitzerin verstorben ist und keine Erben hinterlassen hat.
Am Anwesen angekommen macht sie Bekanntschaft mit dem (sehr attraktiven) Geist Daniel (Thomas Beaudoin!!!) der seit 100 Jahren jedes Jahre für 12 Tage (12 Days of Christmas) wieder zu Fleisch und Blut wird und das alte Inn bewohnt. Daniel ist von Kates Anwesenheit überhaupt nicht begeistert – dennoch lässt er sich von ihr überzeugen, dass sie es schaffen könnte, ihn von seinem Fluch zu befreien.

Aktuell gibt es den Film nur im englischen OT auf Netflix. Allerdings lohnt sich allein dafür das Probe-Abo. Der Film ist sooo herrlich kitschig, dass er bei mir rauf und runter läuft. Der perfekte Weihnachtsfilm.

 

 

Weihnachten – das Fest der Liebe

Und weil ich dieses Jahr den Heilig Abend nicht im Kreis einer Familie verbringe, wird es wohl genau so ablaufen, wie ich es die ganzen Jahre gerne gehabt hätte… Schön still im Schlafanzug mit genügend Alkohol – wir machen das Sissi-Trinkspiel 😉 Vielleicht backe ich  vorher noch ein paar Plätzchen, weil ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen bin und letzte Woche auch ein paar Tage ans Bett gefesselt war.

Ich wünsche euch eine schönes Weihnachtsfest!

 

Der Club der Nicht-toten-Dichter

Vor etwa 13 oder 14 Jahren gründeten drei Freundinnen und ich den Club der Nicht-toten-Dichter. Wieso, weshalb, warum, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. Jedenfalls gab es Nicht-Goethe, Nicht-Schiller, Nicht-Dylan und ehrlich gesagt hab ich den Dichternamen von Lilo schon wieder vergessen.

Nach der Mittleren Reife trennten sich unsere Wege. Ausbildung und Abi standen erstmal an. Lilo gab Gas. Sie heiratete mit Anfang 20, baute ein Haus, bekam das erste Kind. Sie blieb in der bayerischen Provinz. Wir anderen ließen uns Zeit. Nicht-Schiller holte ihre Abi nach, ging nach Berlin. Im Sommer bekam sie ihr erstes Kind. Nicht-Goethe hat letzte Woche heimlich still und leise geheiratet. Sie hatte ihr Abi parallel zur Ausbildung nachgeholt und in Potsdam studiert. Mittlerweile ist sie in Hessen gelandet. Auch mein Weg war nicht geradlinig. Jobben, Ausbildung, Abi, jetzt das Studium. Mitten in NRW. Aber auch ich komme langsam an und bin gespannt was noch kommen mag.

Meine Top Ten der kitschigsten Filme aller Zeiten: #10

„SMS für dich“ ist ein zuckersüßer Roman, der mit der wunderbaren Karoline Herfurth verfilmt wurde und im vergangenen Jahr in die Kinos kam.

Im winterlichen Berlin macht sich Journalist Mark auf die Suche nach der Frau, die SMS an ihren verstorbenen Verlobten schickt. Da die Nummer aber nach 2 Jahren neu vergeben wurde, landen sie bei ihm.

Der Film brilliert mit sehr lebensnahen Dialogen, wie folgender:

Mark: „Was sind die anderen drei Dinge?“

Clara: „Sympathie. Du musst den anderen mögen wie deinen besten Freund. Vertrauen. Du musst wissen, dass er immer für dich da ist und dich nie belügen wird.

Mark: „…Und das vierte?“

Clara: „Leidenschaft. Du musst so sehr mit dem anderen schlafen wollen, dass du Schmerzen hast, überall da, wo er dich noch nicht berührt hat.“

Mark: „Und? Hast du irgendwo Schmerzen?“

Clara: „Absolut überall.“

Am Ende, nach 107 Minuten Herzschmerz und Hach-Momenten, wurde man so geschickt manipuliert, dass man den an Helene Fischer angelegten Schlagersong „Dein Sein“ tatsächlich gut findet. Nun ja… etwa 1,5 Minuten.

Dann wird er zum Glück abgelöst… von Shape of Love.

Hach…  ist doch klar, dass ich SMS für d ich mittlerweile schon zig mal gesehen habe – und bereue das Buch damals weggegeben zu haben. Ich würde es sehr gerne mal wieder lesen.

 

Paris ist immer eine gute Idee

Gestern Nacht um 2:00 Uhr ins Auto gestiegen und nach Paris gefahren. Abends um 21:00 ging es zurück. Heute Morgen um 2:30 Uhr ins Bett gefallen, um 5:30 Uhr wieder aufgestanden… dank 4 Tassen Kaffee und 2 Koffeintabletten den Tag tatsächlich wach verbracht, abends noch ein wenig durch die Innenstadt geschlendert, Pizza gegessen… jetzt gleich noch ein paar Seiten lesen und dann endlich schlafen…. Es hat sich gelohnt.

Paris – egal wie viel Zeit man dort verbringt – ist immer eine gute Idee.