Kids der 90er

Heute morgen scrollte ich ein wenig durch meine Facebook-TL und stolperte über diesen Song. Seitdem spielt er in der Endlosschleife und ich schwelge in Erinnerungen. Die 90er, die hab ich komplett mitgemacht. Und damals war meine Welt noch in Ordnung.

Meine Inlineskates waren schwarz mit roten Einsätzen. Wir konnten ohne Angst auf der Straße fahren. Kam mal ein Auto, wurde angehalten, man hat drei oder vier Sätze mit dem Fahrer getauscht (in der bayerischen Provinz kennt man sich) und dann ging es weiter.

Bei uns gab es keinen Kiosk (gibt es immer noch nicht), dafür einen Bäcker, bei dem man sich eine gemischte Tüte holen konnte. Aus irgendeinem Grund war es ultra-cool, wenn man den Namen des Bäckers rückwärts aussprach. Lakritze durfte tatsächlich nicht in die Tüte, aber Frösche mussten mit hinein! Center Shocks (Apfel, alles andere war für Warmduscher) gibt es immer noch jedes Jahr zu meinem Geburtstag.

Britney Spears kann ich noch immer mitsingen… was ich auch hin und wieder mache:

Ich hatte damals den ersten Gameboy in grau zu Weihnachten bekommen und am nächsten Tag meine Mutter dabei erwischt, wie sie die Nacht damit durchgespielt hatte. Mit Tetris. Erst Monate später gab es Super Mario.

Im Ferienlager haben wir exzessiv Bänder geknüpft. Mit Sicherheitsnadeln an der Hose befestigt lehnten wir gegen die Zelte und mixten Farben. Hauptsache bunt. Verehrt wurde diejenige, die tatsächlich Buchstaben knüpfen konnte. Wer am Ende der Ferien nicht mit mindestens fünf neuen Bändchen wiederkam, war ein Loser.

Auf dem Pausenhof wurden ordentlich Diddl-Blätter getauscht. Später kamen Postkarten dazu. Meine Lieblingskarte zeigte die Diddl-Maus unter einem übergroßen Sonnenhut. „Willst du mit mir unter meinen Sombrero knutschen?“

Jo-Jos waren auf dem Pausenhof der Hammer! Und Seilhüpfen. Da war es egal ob man den anderen mochte oder nicht. Da spielten alle zusammen – und verdammt, ich war richtig gut!

Im Gegensatz zu meiner Tante, habe ich nie üEi-Figuren gesammelt. Mein Onkel hat ihr zum Geburtstag und zu Weihnachten jedesmal eine ganze Palette Überraschungseier geschenkt und bis heute ist das für mich der Inbegriff für wahren Liebe. Die Eier wurden fein säuberlich geöffnet, die Figuren behalten, alles andere (inklusive der Schokolade) zu einem Kindergarten gebracht.

Unsere Fenster waren über und über mit Window-Color-Bilder verziert. Blumen, Weinreben, Schmetterlinge.  Selbst als meine Mutter, meine Schwester und ich ausgezogen waren, hatte mein Dad die Bilder an den Fenstern kleben.
Ich habe damals schöne Flaschen gesammelt. Sie standen aufgereiht auf einem Hängeregal, das noch immer in meinem Schlafzimmer hängt. Ich hatte eine weiße, schlanke Likörflasche, die ich mit Weintrauben verziert hatte. Sie landete erst vor 10 Jahren im Altglas.

Nachdem unsere Kelly-Family Phase abgeklungen war, standen wir tatsächlich alle auf die Backstreet Boys. Nick Carter war natürlich der Liebling der meisten – aber ich mochte  Brian lieber … Mein Dad ist fast ausgetickt, als ich zu Weihnachten die BSB-Bettwäsche bekam und mit meinen acht Jahren stolz heuausposaunte, dass ich ab sofort mit 5 süßen Typen im Bett liegen würde.

Meine erste Freundin hatte dann tatsächlich ein mächtiges Arschgeweih… Die kam allerdings erst 2003 😉

Furby oder Tamagotchis hatte ich nie. Dafür die Trolle mit den bunten Haaren und dem Stein im Bauchnabel. Das Bäuchlein reiben brachte Glück!

Die 90er waren schon geil… wir rochen alle nach dem Spice-Girls-Deo von Impuls (oder Vanille) und hatten Glas-Schnuller am 4-You-Rucksack hängen.

Zum Glück sind die 90er jetzt lang genug vorbei um verklärt in Erinnerungen zu schwelgen und alles negative verdrängt zu haben (fast alles… ich sag nur: Adidas-Knopfhosen!).

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Völlig überschätzte Seiten im BuJo

Mein jetziges BuJo ist zur Hälfte voll und ich hab schon eine ellenlange Liste mit Änderungen fürs nächste. Insbesondere hab ich ein paar Dinge, die ich im nächsten Bullet Journal nicht mehr brauche:

  • A Year in Pixels. Für disziplinierte Menschen sicherlich eine gute Methode ihre Launen in Blick zu haben – allerdings bin ich nicht diszipliniert und gut gelaunt sowieso nicht. Meist denke ich nur einmal in der Woche dran und dann weiß ich gar nicht mehr so genau, ob es einen Tag gab, der es verdient hat mehr als „neutral“ zu bekommen. Also völlig unbrauchbar für mich.
  •  Eine Geburtstagsübersicht. Da guck ich gar nicht rein. Die meisten Geburtstage sind in meinem elektronischen Kalender und Facebook erinnert mich an die restlichen. Die wichtigsten hab ich sogar im Kopf (ja wirklich!). Außerdem trage ich die dann sowieso in die Jahresübersicht ein oder eben in die Monatsübersicht. Eine extra Seite nimmt nur Platz weg.
  • Einen Key. Ein Key ist eine Übersicht welches Zeichen für was steht. To-Do, Erledigt, zur Hälfte erledigt usw. Aber so richtig merken kann ich mir das nicht und deswegen hab ich einen ausklappbaren Key zum Ausklappen in den Buchdeckel geklebt. Den nutze ich, die super schön gestaltete Seite dagegen nimmt nur Platz weg.
  • Irgendwelche Challenge-Seiten. Halte ich sowieso nicht durch.
  • A Walk to Hogwarts: Eine Seite, die trackt wie viele Kilometer man so geht. Ziel ist es, das als Ansporn zu nehmen und sich mehr zu bewegen. Sieht gut aus, nützt aber nichts, da keine Deadline gesetzt ist.
  • Irgendwelche Seiten zu speziellen Diäten die ich sowieso nicht nutze. So wie z.B. die „Bananen-Diät“. Ehrlich? Der einzige Grund weswegen ich dazu eine Seite gemacht habe war, weil ich eine verdammte Banane in mein BuJo zeichnen wollte.
  • Eine Seite zum Tracken von Sport. Keine Ahnung wieso ich die gestaltet habe – ich mach keinen Sport. Nicht mal in digitaler Form. Eine unausgefüllte Seite ist Platzverschwendung und verdammt deprimierend.
  • Ein Meal-Plan. Nutze ich nicht. Jedenfalls nicht in der aktuellen Version. Werde das eventuell in die Wochenansicht einbauen und dafür das Food-Log rausschmeißen – das brauch ich auch nicht. Man muss ja nicht wirklich alles notieren. Muss ich echt in 15/20 Jahren was ich am 22.01.2017 gegessen habe? Nein.
  • Eine Doppelseite To-Do für die Uni. Lieber in die Wochenansicht und auf wenige Punkte beschränken.
  • Doppelseite zum Irrenhaus Universität. Ich geh einfach mal davon aus, dass die witzigen Idioten-Sprüche á la „Was ist die Primärliteratur zu Goethe“abebben je höher ich im Semester komme.
  • Filme im TV. Im nächsten BuJo wird nur getrackt, welche Filme ich im Kino gesehen habe. Alles andere würde die Kapazitäten sprengen.
  • Saving-Goals.

Sind so ca. 20 Seiten die ich mir dadurch spare.

Außerdem wird es nicht mehr so bunt und alles in einem einheitlichen Stil. Mein nächstes BuJo will ich im August an meinem 30. Geburtstag anfangen – und bis dahin finde ich schon den richtigen Stil für mich.

Wieder Erstsemester

Ich bin also wieder Erstsemester. 

Wenn ich vorgestern gewusst hätte, was ich heute weiss, hätte ich mich gestern auf heute viel besser vorbereiten können

Franz Kern

Wie oft wünscht man sich nicht, man könnte von Vorne beginnen… Ich mach das jetzt einfach. Okay, es ist nicht Jura, aber dennoch ein Neuanfang – und ich habe aus alten Fehlern gelernt. Aus vielen Fehlern. Das war wirklich eine Menge Try and Error. Und ich will nicht sagen, dass ich jetzt, nach 4 Semestern Jura, die Weisheit mit den Löffeln gefressen habe, aber ich habe Erfahrungen die Gold wert sind.

Dinge, die sie sich wiederholen, noch bevor das Semester beginnt:

  1. Natürlich gibt es für die Erstsemester eine Facebook-Gruppe, in der zwar eine Woche vor Studienbeginn fast 300 Leute beigetreten sind, aber nur knapp eine Handvoll auch etwas schreiben.
  2. Diese Handvoll haben eine WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen, bei der natürlich auch wieder alle dabei sind – aber in der nur knapp eine Handvoll schreiben.
  3. Diese Handvoll sind auch die einzigen, die die Gruppe nicht auf Stumm geschaltet haben.
  4. Dennoch schafft man es, sich Anfang Oktober „spontan“ zu einer Kneipentour zu treffen, um sich besser kennenzulernen.
  5. Man trifft sich zufällig genau an dem Tag, an dem alle anderen Studiengänge das ebenfalls tun – an genau dem gleichen Platz an dem sich auch alle anderen Studiengänge verabredet haben.
  6. Ein übereifriger Kommilitone fragt in der Gruppe, ob man sich wirklich alle Bücher besorgen muss, die im Literaturverzeichnis der Vorlesung aufgelistet sind.
  7. Ein zweiter Kommilitone fragt entsetzt, wo denn die Literaturliste ist.
  8. Ein dritter erklärt, dass man nicht die ganzen Lehrbücher kaufen sollte, da das ja eher Empfehlungen sind.
  9. Ein vierter findet das doof, schließlich wäre es doch besser, wenn alle das gleiche Lehrbuch hätten.
  10. Ein fünfter findet, dass zwei WhatsAppGruppen (KF und EF) nicht ausreichen, es müsste eine Dritte her, in der auch wirklich nur die sind, die die selbe  Fächerkombination belegt haben.

Im Gegensatz zu meiner Jura-Ersti-Zeit bin ich zwar in den Gruppen, aber ich halte den Mund, lese, schmunzle, aber antworte nicht. Die Gruppe ist stumm geschaltet und abends lese ich die letzten 10 – 20 Einträge (von 150).

Außerdem habe ich ein paar Dinge in den letzten Semestern schmerzhaft gelernt…
z.B.:

  • weiß ich, dass ich keine Lehrbücher kaufen, sondern alles wichtige in der Bib kopieren werden – und auf keinen Fall sind damit ganze Lehrbücher gemeint!
  •  dass ich mind. 2 Veranstaltungen pro Tag ansetze, damit ich nicht die Ausrede habe: „nur für eine Vorlesung fahr ich doch jetzt nicht in die Uni-Stadt“.
  • ich jeden Tag meine Unterlagen pflegen muss, damit sie auch was taugen. Ansonsten sind die Platzverschwendung.
  • dass Unterlagen so gestaltet werden müssen, dass ich sie jederzeit verkaufen könnte. Nur dann sind sie vollständig und taugen was.
  • dass der erste Eindruck trügt.
  • dass man mit der Zeit die besten Leute kennenlernt und dass das nicht immer die sind, die man in der Erstiwoche volltrunken kennengelernt hat.
  • ich disziplinierter an die Sache herangehen  und smarter mit meiner Zeit in der Uni umgehen muss.

Ich freu mich aufs neue Semester und auf das neue Studienfach. Und ich bin froh, dass ich diesmal entspannter an die Sache herangehen kann. Vielleicht auch etwas schlauer. Zumindest weiß ich, dass ich für manche Sachen schon zu alt bin. Dazu gehört Stutenbissigkeit, Modeschauen in der Bib und Cliquenbildung. Und ich bin zu alt dafür, mich mit anderen zu vergleichen. Insbesondere mit 19 Jährigen, die noch beide Elternteile haben, im schlimmsten Falle noch Zuhause wohnen und noch nie in ihrem Leben eine Minute auf Lohnkarte arbeiten mussten.

 

Inkognito

Gestern hab ich dann mal mein Facebookprofil aufgeräumt, die Privatsphäre erhöht, den Nachnamen geändert und mein Profilbild getauscht. Wenn man meinen Klarnamen bei Google eingibt, findet man nur noch drei/vier Seiten mit Bezug zu mir und die sind für potentielle Arbeitgeber / Stalker nur positiv.

Bei Facebook findet man mich jetzt jedenfalls nicht mehr so leicht.

7 Tage ohne…

  • Serien. Grey’s Anatomy, Good Wife, Scandal, Versailles usw. werden nicht geguckt. Auch sonst kein TV, das nur der Erzeugung von Hintergrundgeräuschen dient.
  • Internet während der Vorlesung. Bisher habe ich auch während der Vorlesung mal nach einem Kapitel im Lehrbuch oder so geguckt -wenn mir eben eingefallen ist, dass ich da ein Kapitel im Lehrbuch zu lesen sollte. In der kommenden Woche wird das in ein Notizheft eingetragen und nach der Vorlesung geguckt.
  • Facebook. Einfach darum. Weil es nervt!
  • Jodel. Weil es furchtbar nervt!
  • Dorfleben. Weil es absolut süchtig macht und absolut überhaupt keinen Sinn hat. Außer Zeit zu verschwenden!

 

7 Tage mit… 

  • Konzentration
  • Yoga
  • Joggen
  • Lernen
  • Stille
  • Lesezeit – echte, gute alte Lesezeit. Auf der Couch – mit einem guten Buch.
  • Forest. Einer App, die verhindert, dass man „mal eben“ auf dem Handy rumspielt.

 

 

auf der Suche…

nach meiner Halbzwillingsschwester.

„Was ist das denn?“, fragt sich der ein oder andere Blogleser jetzt sicherlich.

Eine kurze Erklärung. Lilli war auf der Realschule, vor 10 Jahren, meine beste Freundin. Ihre Mutter lag mit meiner im Krankenhaus, als wir beide zur Welt kamen. Lilli ist 20 Minuten älter als ich. Daher die Halbzwillingsschwester.

Nach der Schule verloren wir uns aus den Augen. Sie bekam mit 16 ein Kind, ich zog zu meiner Exfreundin. Irgendwann ist sie umgezogen.

10 Jahre ist es jetzt her. Ich vermisse sie, möchte gerne wissen, wie es ihr geht. Ihrer Familie.

Bei Facebook finde ich sie nicht. Sie war immer ein Freigeist, trieb sich lieber draußen herum, als das sie sich im Internet herumgetrieben hätte. Wahrscheinlich hat sie das nicht abgelegt.

Ich habe heute zwei Briefe geschrieben. An zwei Personen mit ihrem Nachnamen in ihrem alten Heimatdorf. Vielleicht hab ich ja Glück und einer davon ist mit ihr Verwandt und kann ihr meine neue Adresse geben.

Es wäre großartig, von ihr zu hören.

Ohne Pläne geht es nicht

mal wieder geplant… 😉 Nächste Woche werd ich ein paar Tage zu meinen Großeltern fahren und dabei eventuell eine Freundin in Bremen besuchen. Hoffe sie hat Zeit für mich. Ich hab sie schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen.

Danach wird mein Macbook neu aufgesetzt und eine Kindersicherung eingerichtet, die mich Tagsüber von WordPress, Pinterest, Facebook & Co abschirmen soll. Tagsüber wird dann gelernt, die Wohnung auf Vordermann gebracht, gelesen – und geschrieben. Pro Woche will ich 1 Kapitel schreiben. Ganz klassisch, so wie ich es mit 19 getan habe. Ohne Normseite. Einfach ganz klassisch im Editor.

Für das kommende Semester werde ich mich für Englisch und Italienisch anmelden. Wenn ich Englisch nicht packe, hab ich wenigstens den Sprachenschein in Italienisch. Falls ich im letzten Semester den Grundlagenschein nicht bekommen haben sollte, versuch ich es im 3. noch einmal mit Verfassungsgeschichte.

Wieso tue ich es nicht?

Sonntag habe ich den ganzen Tag kaum etwas anderes getan, als Lösungsskizzen zu Fällen anzufertigen. Und es hat eine Menge Spaß gemacht.
Genauso das Schreiben der Klausur gestern.
Ich merke ganz deutlich, dass ich wirklich, wirklich Spaß daran habe. Es mag sich seltsam anhören, aber das gleiche Gefühl hatte ich, wenn ich Matheaufgaben gelöst, Texte oder Gedichte analysiert habe.
Vor zwei Jahren habe ich jeden Tag bevor ich ins Bett gegangen bin, Sudoku gelöst und als Kind liebte ich die Bücher von Kommissar Kugelblitz

Bis vor wenigen Jahren habe ich meine Tage damit verbracht, zu lesen. Ich habe Bücher verschlungen, gesammelt und gehortet. Bücher waren nicht einfach Bücher… sie waren… Sammelleidenschaft. Es genügte nicht, ein Exemplar von „Stolz und Vorurteil“ zu haben. Ich musste jedes „schöne“ Exemplar haben, verschiedene Übersetzungen, Ausgaben… Ich las nicht nur ein Buch über Elizabeth I. Nein, hatte ich ein neues Thema gefunden, las ich fünf, zehn, fünfzehn Bücher zu dem Thema. Egal ob Biographie, Roman oder Jugendbuch.
Das letzte Mal habe ich im vergangenen September ein Buch nach dem anderen Verschlungen. 7 in 4 Wochen… das war in etwa so viel wie in 2013 insgesamt (Schullektüren zählen nicht)

Die Jahre davor hab ich noch gelesen… aber nicht mehr intensiv. Hier und da mal ein Buch. Oft hab ich über eine Woche für einen Roman gebraucht…. nach fünf oder sechs Seiten war Schluss. Lieber habe ich mich vor den Computer gesetzt und eine Serie nach der anderen „gehört“, während ich wahl- und ziellos durchs Internet gestreift bin. Jeder Artikel auf Spiegel Online wurde gelesen… alle paar Minuten auf Facebook geguckt, ob es nicht irgendwas neues gab – und mich dabei schrecklich gelangweilt.

Immer mal wieder habe ich halbherzig am NaNoWriMo teilgenommen, bis ich 2013 ihn ernsthaft angegangen – und gewonnen habe…. und ich merkte, es ging mir schon lange nicht mehr so gut. Jeden Tag sich hinzusetzen und zu schreiben… ich war wach, fühlte mich wohl, hatte Spaß. Der beste Monat in 2013, abgesehen von meinem Urlaub in den USA.

Die letzten Jahre wurde die Langweile ein treuer Wegbegleiter. Kaum ein Tag bot etwas anders als Langweile und das obwohl ich wusste, dass ich etwas anderes tun könnte, etwas sinnvolles, etwas das mir Spaß macht.. Aber ich konnte – und wollte – mich nicht aufraffen und so vergingen Tage, an denen ich nichts anderes tat, als von morgens bis abends Gilmore Girls, Castle, NCIS, Drop Dead Diva, The Big Bang Theory , Buffy, Angel, True Blood, The Good Wife, Suits, Gossip Girl, Scandal, Grey’s Anatomy…. und wie sie alle heißen und hießen. Oft habe ich die Serien mehrfach verschlungen. Eine Folge nach der anderen. 7, 8 oder 9 pro Tag und mich dabei tödlich gelangweilt. Was Ende Januar die Süddeutsche schrieb, war mir nicht neu. Aber bin ich jetzt süchtig nach Serien… oder einfach nach dem Hintergrundgeräusch? Und wieso… wieso tue ich nichts gegen diese verdammte Langweile?

Warum bevorzuge ich die Langweile, wenn ich genau weiß, was mir Spaß macht … und sich das auch relativ günstig bewerkstelligen lässt? Für die Uni muss ich sowieso etwas tun… ich könnte mehr tun, wenn es mir doch sowieso Spaß macht! Ich könnte all die Bücher lesen, die ungelesen meine Regale annektieren. Könnte mir für 10 Euro einen Bibliotheksausweis besorgen, könnte meine Nachmittage wieder in Buchhandlungen verbringen, Sudoku lösen – und am wichtigsten: ich könnte wieder schreiben. Ich könnte jeden verdammten Tag etwas tun, was mir Spaß macht.

Wieso verdammt noch mal tue ich es dann nicht?

Der Fall Tugce Albayrak und die Jurastudenten.

Nach einem Semester Strafrecht-AT sind wir mittlerweile fest im juristischen Denken angekommen.

Die Nachrichten werden nicht mehr einfach nur gelesen und mit „Furchtbar sowas“ kommentiert, nein, es wird überlegt und getüftelt, probiert und analysiert und es wird schonmal versucht ein Gutachten darüber anzufertigen.

Die ELSA (The European Law Students’ Association) bietet in manchen Städten Tatortabende an, bei denen erst der Tatort geguckt und die dort auftauchenden rechtlichen Probleme im Anschluss besprochen.

Oder man ist wie ich in einer WhatsApp-Gruppe voller Mädels die gerne quatscht und diskutiert. Dann kommt nämlich schonmal so etwas wie beim Fall der Lehramtsstudentin Tugce Albayrak heraus:

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Niederschlag

Gestern Abend hatte ich die spontane Gelegenheit mit einer Mitarbeiterin von Random House zu sprechen. Hätte ich Zeit gehabt mich vorzubereiten, wäre ich sicherlich witzig, geistreich und charmant gewesen. So war ich knallrot, sprachlos und einfach komplett unvorbereitet.

Ich hab mit ihr auch darüber gesprochen, das ich Probleme habe, ein Exposé zu verfassen. Ihr Rat, ich soll mir jemanden suchen, der das für mich macht.

Also habe ich heute in einer Autoren-Facebook Gruppe gefragt, woher ich einen Lektor bekomme, der das gegen Bezahlung macht, oder ob ein/e Germanistikstudent/in „reicht“.

Daraufhin bekam ich 10 „Antworten“. Tenor: Wenn du kein Exposé schreiben kannst, ist dein Roman sowieso scheiße!

Meine Frage hab ich gelöscht und ich geh jetzt ins Bett heulen. Schönen Tag noch.