Playlist

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Manche haben für jede Situation die richtige Playlist… ich nicht. Meine wächst und wandelt sich. Mal kommt jeden Tag was neues dazu und anderes fällt weg… dann ändert sich wochenlang gar nichts. Nur einzelne Titel, die bleiben. Oder ich weiß, sie werden bleiben. „Du bist Rockmusik“ zum Beispiel.

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Semesterbeginn

Die erste Veranstaltung im Semester und während der Dozent einen Studienverlaufplan nach dem anderen auf die weiße Wand projiziert, überlege ich krampfhaft, wie Kamikaze ich die nächsten Semester angehe. Besser gesagt… wie heftig es im Wintersemester 2018/2019 und im Sommersemester 2020 wird. Und eine weitere Frage drängt sich jetzt auf, die vorher noch so weit weg erschien und nun dringend beantwortet werden muss: Mache ich meinen Master? Und wenn ja, in welchem Fach?

 

 

 

Stundenplan steht

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Noch hab ich kein einziges Wort meiner Hausarbeit (meiner zwei Hausarbeiten) geschrieben, aber ich hab zumindest schon einmal meinen Stundenplan fürs kommende Semester zusammengestellt. So ganz funktioniert es noch nicht, da die Übung in Politikwissenschaft genauso wie die AGs in Jura nach Priorität bzw. nach dem Windhundverfahren vergeben wird – und zwar erst ab dem 7.10. Aber Montag und Donnerstag hab ich frei, was meine Chefin in der Redaktion freuen dürfte.
Was mich in Hochstimmung versetzt, ist die Blockveranstaltung an 4 Samstagen. Dann muss ich das Proseminar nicht im Sommersemester 2018 belegen und hab Zeit für eine Hausarbeit um nicht wieder das gleiche Problem wie jetzt zu haben.

Falls ihr übrigens eine Idee für ein relativ spannendes Thema in Bezug auf Veza Canetti habt, nur her damit!

Kids der 90er

Heute morgen scrollte ich ein wenig durch meine Facebook-TL und stolperte über diesen Song. Seitdem spielt er in der Endlosschleife und ich schwelge in Erinnerungen. Die 90er, die hab ich komplett mitgemacht. Und damals war meine Welt noch in Ordnung.

Meine Inlineskates waren schwarz mit roten Einsätzen. Wir konnten ohne Angst auf der Straße fahren. Kam mal ein Auto, wurde angehalten, man hat drei oder vier Sätze mit dem Fahrer getauscht (in der bayerischen Provinz kennt man sich) und dann ging es weiter.

Bei uns gab es keinen Kiosk (gibt es immer noch nicht), dafür einen Bäcker, bei dem man sich eine gemischte Tüte holen konnte. Aus irgendeinem Grund war es ultra-cool, wenn man den Namen des Bäckers rückwärts aussprach. Lakritze durfte tatsächlich nicht in die Tüte, aber Frösche mussten mit hinein! Center Shocks (Apfel, alles andere war für Warmduscher) gibt es immer noch jedes Jahr zu meinem Geburtstag.

Britney Spears kann ich noch immer mitsingen… was ich auch hin und wieder mache:

Ich hatte damals den ersten Gameboy in grau zu Weihnachten bekommen und am nächsten Tag meine Mutter dabei erwischt, wie sie die Nacht damit durchgespielt hatte. Mit Tetris. Erst Monate später gab es Super Mario.

Im Ferienlager haben wir exzessiv Bänder geknüpft. Mit Sicherheitsnadeln an der Hose befestigt lehnten wir gegen die Zelte und mixten Farben. Hauptsache bunt. Verehrt wurde diejenige, die tatsächlich Buchstaben knüpfen konnte. Wer am Ende der Ferien nicht mit mindestens fünf neuen Bändchen wiederkam, war ein Loser.

Auf dem Pausenhof wurden ordentlich Diddl-Blätter getauscht. Später kamen Postkarten dazu. Meine Lieblingskarte zeigte die Diddl-Maus unter einem übergroßen Sonnenhut. „Willst du mit mir unter meinen Sombrero knutschen?“

Jo-Jos waren auf dem Pausenhof der Hammer! Und Seilhüpfen. Da war es egal ob man den anderen mochte oder nicht. Da spielten alle zusammen – und verdammt, ich war richtig gut!

Im Gegensatz zu meiner Tante, habe ich nie üEi-Figuren gesammelt. Mein Onkel hat ihr zum Geburtstag und zu Weihnachten jedesmal eine ganze Palette Überraschungseier geschenkt und bis heute ist das für mich der Inbegriff für wahren Liebe. Die Eier wurden fein säuberlich geöffnet, die Figuren behalten, alles andere (inklusive der Schokolade) zu einem Kindergarten gebracht.

Unsere Fenster waren über und über mit Window-Color-Bilder verziert. Blumen, Weinreben, Schmetterlinge.  Selbst als meine Mutter, meine Schwester und ich ausgezogen waren, hatte mein Dad die Bilder an den Fenstern kleben.
Ich habe damals schöne Flaschen gesammelt. Sie standen aufgereiht auf einem Hängeregal, das noch immer in meinem Schlafzimmer hängt. Ich hatte eine weiße, schlanke Likörflasche, die ich mit Weintrauben verziert hatte. Sie landete erst vor 10 Jahren im Altglas.

Nachdem unsere Kelly-Family Phase abgeklungen war, standen wir tatsächlich alle auf die Backstreet Boys. Nick Carter war natürlich der Liebling der meisten – aber ich mochte  Brian lieber … Mein Dad ist fast ausgetickt, als ich zu Weihnachten die BSB-Bettwäsche bekam und mit meinen acht Jahren stolz heuausposaunte, dass ich ab sofort mit 5 süßen Typen im Bett liegen würde.

Meine erste Freundin hatte dann tatsächlich ein mächtiges Arschgeweih… Die kam allerdings erst 2003 😉

Furby oder Tamagotchis hatte ich nie. Dafür die Trolle mit den bunten Haaren und dem Stein im Bauchnabel. Das Bäuchlein reiben brachte Glück!

Die 90er waren schon geil… wir rochen alle nach dem Spice-Girls-Deo von Impuls (oder Vanille) und hatten Glas-Schnuller am 4-You-Rucksack hängen.

Zum Glück sind die 90er jetzt lang genug vorbei um verklärt in Erinnerungen zu schwelgen und alles negative verdrängt zu haben (fast alles… ich sag nur: Adidas-Knopfhosen!).

Prosecco und Katzen statt Champagner und Kerle

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Oh mein Gott… ist es das was mir in zehn Jahren blüht? Die Wahl zwischen 3 Katzen und Prosecco in der Bahn? Ich dachte, mit 40 lass ich die Champagnerkorken knallen. In einer Limousine! Und statt 3 Katzen massieren mir drei süße Kerle mit nackten Oberkörpern und Schleifen um den Hals die Füße und reichen Lindorschokolade… Meine ganze Lebensplanung ist dahin!

 

***

H. ist ein Jura-Kommilitone, 8 Jahre jünger und sehr seltsam (noch seltsamer als Jurastudenten normalerweise sind)… im Januar hat er mir mal völlig aus dem Kontext heraus gesagt, ich wäre ihm zu alt fürs Daten. Seitdem schickt er mir regelmäßig Selfies und fragt mich, ob er so abends weggehen kann oder er schickt mir Memes und eben Katzenbilder…

 

Good Bye altes BuJo.

Mein zweites Bullet Journal ist voll und am 1.8. (rechtzeitig zum neuen Lebensjahr), gibt es ein neues. Hatte ich hier und hier noch darüber nachgedacht, wie ich es wohl machen werde und explizit gesagt, was ich nicht will? Tja… es kam mal wieder alles ganz anders.

Ich habe jetzt ein Din A6 Moleskine Hardcover blanco (!)… und auch schon einige Listen angelegt. Durch die Größe wird es minimalistischer. Aber ich glaube, das tut mir gut. Außerdem wird das Tagebuch ausgegliedert. Dann kann ich mein BuJo auch tatsächlich überall mithin nehmen und brauche kein zweites mehr für die Uni.

Bei Aliexpress hab ich mal wieder ein paar Washitapes bestellt und auch ein neuer Fineliner sollte morgen ankommen. Über den Pigma MICRON Fineliner habe ich schon so viel gelesen, dass ich ihn jetzt einfach mal ausprobieren werde. Außerdem ist mein PITT Artist Pen S von FaberCastell ausgefranst und musste entsorgt werden.

Mal sehen wie ich damit zurecht komme – könnte mir vorstellen, dass ich irgendwann doch zu einem Softcover in Punktkartiert wechsle…

Hier meine Lieblingsseiten meines aktuellen BuJo: 

„Good Bye altes BuJo.“ weiterlesen

Neues aus dem Irrenhaus

2013/2014

Meine Schwiegereltern: Du musst unbedingt Jura machen… du bist so ein logischer Mensch und du kannst so gut mit Worten umgehen. Es wäre eine Schande, wenn du nicht Jura studieren würdest. Außerdem hast du doch die Ausbildung als ReNo, da bietet sich das doch praktisch an. Komm, mach Jura!

Herbst 2016

Meine Schwiegereltern: Wir haben uns sowieso immer gefragt, warum du nicht Germanistik studiert hast. Das passt doch so viel besser zu dir.

Frühjahr 2017:

Augenchirurg: Was? Germanistik? Studieren Sie doch Jura zu Ende! Wenn sie nur noch die großen Scheine brauchen.
Schwiegervater: Das sagen wir ihr auch immer.

 

Ich habs getan

Ich hab den Job angenommen. Morgen ist mein letzter Arbeitstag bei der alten Stelle. Gegen Nachmittag werden meine Kolleginnen und ich den Arbeitstag am Flussufer ausklingen lassen.

Es ist unglaublich, wie mein Leben gerade auf den Kopf gedreht wird. In allen Bereichen.  Ich sitze hier, staune und frage mich, ob ich das alles tatsächlich mir passiert.

Ist das dieser Moment?

Im Juni 2005 habe ich in der bayerischen Provinz an einer Klosterschule meine Mittlere Reife gemacht. Bei der Zeugnisvergabe trug ich hohe, schwarze Schuhe, ein fast durchsichtiges schwarzes Top und eine damals todschicke Nadelstreifenhose. Ich fühlte mich großartig.
Die Turnhalle war festlich geschmückt und sämtliche Stuhlreihen, die wir vorher mühsam aufgebaut hatten, waren besetzt von stolzen Eltern, gerührten Großeltern, gelangweilten Geschwistern und ersten Freunden, die es kaum erwarten konnten, ihr Mädchen im Anschluss zu küssen. Bei mir war es meine Freundin, die fast das gleiche trug wie ich.
Das Rahmenprogramm umfasste Darbietungen sämtlicher Musik-AGs und in der Pause wurde die Schülerzeitung verkauft. Es wurden unzählige Reden gehalten. Der bei uns Schülerinnen verhasste Rektor, die beliebte Konrektorin, die Schul-Nonnen und Klassenlehrerinnen. Es wurde spät. Als es endlich an die eigentliche Zeugnisvergabe ging, wurden zu jeder Schülerin (immerhin etwas über 100) ein paar Worte gesagt. Louisa Müller hatte als Schwerpunkt den naturwissenschaftlichen Zweig gewählt, war unter anderem im Chor und spielte Schlagzeug in der Schulband. Im September beginnt sie ihre Ausbildung als Bankkauffrau bei der Sparkasse. Katharina Wittler, Schwerpunkt Sprache, möchte später einmal Fremdsprachenkorrespondentin werden.  Corinna Hasenbrot, Schwerpunkt Hauswirtschaft, beginnt ab August eine Lehre als Köchin bei ihren Eltern. Jezabel Botanica hat den Wahlpflichtbereich III/Kunst gewählt, hat als Chefredakteurin die Schülerzeitung betreut, war Mitglied im Chor und der Schlagzeug-AG, wechselt im Herbst an die FOS um später einmal Journalistik zu studieren.
Das Zeugnis wurde uns in die Hand gedrückt, man applaudierte. Am Ende wurde ein Gruppenfoto gemacht und viele einzelne Fotos von Freundinnen, die sich ewige Treue schworen und den Kontakt verloren, sobald sie der Kleinstadt den Rücken gekehrt haben.

Was ich im Anschluss nicht tat war, dass ich an die FOS wechselte. Dafür arbeitete ich einer Buchhandlung, machte eine Ausbildung als ReNo. Stolperte vor mich hin. Als ich 2014 mein Abitur nachholte, gab es keine offizielle Zeugnisvergabe.  Der Schulleiter sprach ein paar Worte, gratulierte uns – und entließ uns dann. Es gab dennoch eine Abschlusszeitung. Darin wurde jeder vorgestellt und Kommentare von Mitschülern abgedruckt. Bei mir stand: Jezabel wird Germanistik und Englisch studieren um später als Journalistin zu arbeiten. Ich wünsche ihr alles Gute!

Es wurde Rechtswissenschaft.

Jetzt drei Jahre später, studiere ich tatsächlich Germanistik… und  Tyche scheint mich unter ihre Fittiche genommen zu haben.

Anfang April wurde in unserer Hochschulgruppe auf Facebook von einer Kommilitonin aus dem höheren Fachsemester eine Stellenausschreibung gepostet. Eine Zeitung in der Unistadt sucht eine studentische Hilfskraft. Welche Zeitung es war, stand da nicht. Ich habe sie dennoch meinen Lebenslauf weiterleiten lassen – und danach nichts mehr gehört. Bis zum letzten Donnerstag. Plötzlich hatte ich eine Mail in meinem Postfach. Man suche zwar keine studentische Hilfskraft mehr, aber eine Jungredakteurin. Mein Lebenslauf hätte sie sehr angesprochen, mein Profil würde sehr gut zu ihnen passen und man möchte mich gerne zu einem persönlichen Gespräch einladen. Als ich die Zeitung, das Journal, googlete, war ich extrem überrascht.  Aktien, Fonds… Börse.
Am Freitag hatte ich das persönliche Gespräch. Verschwitzt von der Uni, verärgert über meine Krankenkasse und außer Atem, weil ich einer Bahn hinterhergejoggt bin, kam ich völlig derangiert an. Wir unterhielten uns. Ich erzählte von meinem Studium, meinen Plänen. Erwartete nicht viel, schließlich war die Jungredakteurstelle Vollzeit und ich kann maximal Teilzeit. Dann das Angebot. Ich arbeite einmal Probe. Wenn das passt, bekomme ich eine Stelle als Werkstudentin mit Option auf Festanstellung als Redakteurin, sobald ich den Bachelor in der Tasche habe.

Das Probearbeiten war gestern… vor mir liegt der Vertrag. Ich muss nur noch unterschreiben.

Sollte sich jetzt tatsächlich, nach 12  Jahren, erfüllen, was damals auf meiner Zeugnisvergabe verkündet wurde?

Im Irrenhaus – Vereinsarbeit

Nächste Woche ist Abschlusssitzung des Vereinsamtsjahres und traditionell wird dazu Pizza gereicht. Nun wurde in unserer schicken WhatsApp-Gruppe noch einmal nachgefragt, um wie viel Uhr denn die Pizza geliefert werden soll.

Es folgte: 

3 Personen stimmten der vorgeschlagenen Uhrzeit zu.

N. wünscht sich, aufgrund der Verdauung, eine früherer Uhrzeit

L. erklärt, wieso eine frühere Uhrzeit unsinnig ist

S. wirft ein, dass die 18:00 Uhr Regel ein Irrglaube ist und man auch später ruhig was essen kann.

N. besteht aber darauf, dass der Körper die Zeit zur Verdauung benötigt und auch die Zeit braucht, die Energie zu verwerten.

L. erklärt die Diskussion für überflüssig, da die Mehrheit sich enthalten hat bzw. für die vorgeschlagene Uhrzeit war.

An dieser Stelle hätte es so schön enden können! Tat sie aber natürlich nicht. 

S. gibt zu bedenken, dass es ja sowieso nur um 1 – 2 Stücke Pizza geht und man nach Verzerr wahrscheinlich sowieso noch 2 -3 Stunden wach ist, wenn N. denn nicht vor hätte, schon um 21 Uhr ins Bett zu gehen.

H. gibt zu, dass er sich darüber noch nie Gedanken gemacht hat, und ja auch niemand dazu gezwungen wird, Unmengen an italienischen Delikatessen zu verputzen.

N. antwortet, dass man das H. auch ansieht.

H. verweist auf seinen idealen BMI

N. möchte keine Diskussion über die Aussagekraft des BMI anfangen. Seine Aussage war auch nicht figurbezogen

J. fragt, worauf er sich denn dann bezogen hat.

H. gibt zu, dass er keine Ahnung hat, was N meint.

I. versucht die Situation zu beenden.

N. verweist auf die positiven Auswirkungen einer gesunden Ernährung auf den gesamten Körper.

H. schickt ein vor Tränen lachendes Emilie

S. gibt zu denken, dass man ruhig an einem Abend der Woche Pizza essen kann und das keine Auswirkungen auf eine ausgewogene Ernährungsweise hat. Man solle sich deswegen doch jetzt bitte keinen Stress machen.

M. gesteht, dass er jeden Abend um 10 Pizza isst und es seiner Verdauung hervorragend geht

J. lobt das gute Aussehen von M.

M. bedankt sich

O. isst auch immer, wenn es ihr gefällt

Es schloss sich eine sehr kurze Abstimmung an, wie viel Pizza bestellt wird. 

Ich bin zu alt für diesen Scheiß