Timemanagement

Ich plane gerne. Listen, BuJos, Notizbücher sind voll von Plänen für alles mögliche. Etwas schwerer fällt es mir dann schon, mich daran zu halten.

Wie katastrophal ich daran scheitern kann, möchte ich nun auch einmal aufzeigen.

1. Meine Hausarbeit in Sprachwissenschaft

Die Hausarbeit habe ich im September angemeldet. Ich saß bei der Dozentin im Büro, wir haben meine Gliederung durchgesprochen und das Thema der Hausarbeit. Als das alles geklärt war, wurde das Anmeldeformulare ausgefüllt, von ihr unterschrieben und abgeschickt. Abgabetermin der HA war nun der 22.11.2017.
Zwei Wochen später bekomme ich die Nachricht, dass das Formular veraltet war und ich das ganze neu ausfüllen müsste. War ja kein Problem. Ein neues Formular bedeutete auch, dass der Abgabetermin sich nach hinten verschob. Nun fiel er auf den 14.12.2017.
Sogleich machte ich mir einen Plan für die Hausarbeit. Bis wann ich die Literatur rausgesucht haben sollte, die Gliederung fertig, die Einleitung usw. Die gesamten 3 Monate waren sehr gut ausgelastet, die Hausarbeit konnte entspannt geschrieben werden. Sogar eine Liste mit den einzelnen Arbeitsschritte zum Abhaken habe ich mir gemacht.
Die kam nur nie zum Einsatz. Das Ende der Geschichte ist, dass mir am 1.12. siedend heiß einfiel, dass da noch eine Hausarbeit geschrieben werden musste. Im Endeffekt hatte ich 6 Tage Zeit um das Ding zu schreiben.

Keine schöne Erfahrung.

2. Das Stundenprotokoll in Gesprächslinguistik

Um meinen BN in Gesprächslinguistik zu bekommen, musste ich ein Stundenprotokoll schreiben. Besser gesagt, ein Vorlesungsprotokoll. Also saß ich im Oktober brav in der Vorlesung, schrieb eine Stunde lang mit und machte auch Fotos von den Folien (die nicht online gestellt wurden). Danach schwor ich mir, nie wieder in diese grausam langweilige Veranstaltung zu gehen.
Das Protokoll habe ich dann zwei Tage vor Abgabetermin (16.2) geschrieben. Weil mein Drucker zuhause kaputt war, packte ich das Dokument auf zwei USB-Sticks und wollte es (am 15.2.) in der Unibibliothek ausdrucken. Leider musste ich feststellen, dass beide USB-Sticks kaputt waren… Also etwas panisch zuhause nach anderen Speichermedien gesucht. Zusätzlich hab ich das Dokument in die Cloud gepackt.
Am 16.2. hatte ich 40 Minuten Zeit das Dokument auszudrucken und abzugeben.
Zunächst hatte der RE Verspätung. Dann gab es zusätzlich einen Stromausfall bei der Rheinbahn und ich stand 15 Minuten auf halber Strecke zur Endhaltestelle. Meine Zeit minimierte sich auf 10 Minuten. In der UniBib war der Drucker im Erdgeschoss kaputt, der Drucker im ersten Stockwerk nicht angeschaltet und erst der 3. im Obergeschoss konnte mein Dokument drucken. Im Endeffekt gaben ich das Dokument 5 Minuten zu spät ab und kann nur von Glück sprechen, dass es noch angenommen wurde.

3. TÜV und mein Fahrzeugbrief

Im Januar war der TÜV für meinen kleinen Twingo fällig. Was ich völlig übersehen habe, da mir auch mein Fahrzeugschein abhanden gekommen ist. Kasimir und ich schieben uns dafür gegenseitig den schwarzen Peter zu. Jedenfalls fiel mir das mit dem TÜV erst auf, als ich schon 250 km von meiner Wohnung entfernt mit dem Wagen in der Werkstatt stand und die gute Frau mir sagt, ohne Fahrzeugschein gibts keinen TÜV. Allerdings gibts ohne TÜV auch keinen neuen Fahrzeugschein. Die Lösung: Der Fahrzeugbrief musste her. Der war aber, natürlich, bei mir in der Wohnung. Also wie rankommen? Nicholas musste ran und mir den Schein schicken. Samstag machten wir einen Expressbrief fertig – der bei der Filiale nicht angekommen wurde, weil 10 Uhr schon vorbei war und man das dann erst Montag wieder annehmen würde (Humbug). Dann sollte das Ding halt Dienstag ankommen. Tja… am Montag gab es dann aber einen Stromausfall und einen Ausfall bei der Telekom und der Brief konnte wieder nicht angenommen werden. Was nun? Nicholas bot an, mir den Brief zu bringen. Treffen auf halber Strecke. Zum Glück konnte ich dann doch auf den Brief verzichten, der TÜV war so nett es mit einer Kopie des Fahrzeugscheins zu machen und mir nur die Auflage erteilt, ein paar Tage später bei der Zulassungsbehörde alles weitere zu veranlassen.
Auch hier ist es noch einmal gut gegangen – allerdings mit sehr viel Herzklopfen und mittelschweren Panikattacken.

Jedenfalls hab ich mir geschworen, mir diesen Stress nicht mehr zu geben und mein Zeitmanagement zu optimieren und das wichtigste: mich daran zu halten.

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Irrenhaus Universität

Eine kurze Episode nach der Verteilung von BN-Leistungen:

Dozentin: wer ist denn jetzt noch ohne Abstract oder Essay?

Kommilitonin meldet sich: ich bräuchte noch was

Dozentin: was möchten Sie denn machen?

K: was ist denn noch frei?

D: suchen Sie sich was aus.

K: welcher Text ist denn der kürzeste?

D: das tut sich nichts. Die Texte sind alle so um die 15 Seiten lang. Die Verszahlen stehen auf Ihrem Handout, da müssten Sie selbst nachzählen.

K: und was war noch mal der Unterschied zwischen Essay und Abstract?

D: wie schon mehrmals gesagt: Abstract ist die Kommentierung der Fachliteratur, dass Essay eine Behandlung der Primärliteratur.

K: und welches davon ist kürzer?

D: beides sollte 2-3 Seiten umfassen.

K: und welcher von den Texten ist am leichtesten zu verstehen bzw. macht am meisten Spaß?

D: ähm… die Texte von Frau Gerok-Reiter lassen sich sehr leicht runterlesen.

K: welche sind das?

D: das können Sie auf Ihrem Handout sehen. „Der Außergewöhnliche“ und „der Ritter“.

K: Dann geben Sie mir einen davon.

D: So läuft das nicht. Suchen Sie sich einen aus.

K: ähm… der Ritter.

D: Abstract oder Essay.

K: … Abstract?

Der Club der Nicht-toten-Dichter

Vor etwa 13 oder 14 Jahren gründeten drei Freundinnen und ich den Club der Nicht-toten-Dichter. Wieso, weshalb, warum, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. Jedenfalls gab es Nicht-Goethe, Nicht-Schiller, Nicht-Dylan und ehrlich gesagt hab ich den Dichternamen von Lilo schon wieder vergessen.

Nach der Mittleren Reife trennten sich unsere Wege. Ausbildung und Abi standen erstmal an. Lilo gab Gas. Sie heiratete mit Anfang 20, baute ein Haus, bekam das erste Kind. Sie blieb in der bayerischen Provinz. Wir anderen ließen uns Zeit. Nicht-Schiller holte ihre Abi nach, ging nach Berlin. Im Sommer bekam sie ihr erstes Kind. Nicht-Goethe hat letzte Woche heimlich still und leise geheiratet. Sie hatte ihr Abi parallel zur Ausbildung nachgeholt und in Potsdam studiert. Mittlerweile ist sie in Hessen gelandet. Auch mein Weg war nicht geradlinig. Jobben, Ausbildung, Abi, jetzt das Studium. Mitten in NRW. Aber auch ich komme langsam an und bin gespannt was noch kommen mag.

Meine Top Ten der kitschigsten Filme aller Zeiten: #10

„SMS für dich“ ist ein zuckersüßer Roman, der mit der wunderbaren Karoline Herfurth verfilmt wurde und im vergangenen Jahr in die Kinos kam.

Im winterlichen Berlin macht sich Journalist Mark auf die Suche nach der Frau, die SMS an ihren verstorbenen Verlobten schickt. Da die Nummer aber nach 2 Jahren neu vergeben wurde, landen sie bei ihm.

Der Film brilliert mit sehr lebensnahen Dialogen, wie folgender:

Mark: „Was sind die anderen drei Dinge?“

Clara: „Sympathie. Du musst den anderen mögen wie deinen besten Freund. Vertrauen. Du musst wissen, dass er immer für dich da ist und dich nie belügen wird.

Mark: „…Und das vierte?“

Clara: „Leidenschaft. Du musst so sehr mit dem anderen schlafen wollen, dass du Schmerzen hast, überall da, wo er dich noch nicht berührt hat.“

Mark: „Und? Hast du irgendwo Schmerzen?“

Clara: „Absolut überall.“

Am Ende, nach 107 Minuten Herzschmerz und Hach-Momenten, wurde man so geschickt manipuliert, dass man den an Helene Fischer angelegten Schlagersong „Dein Sein“ tatsächlich gut findet. Nun ja… etwa 1,5 Minuten.

Dann wird er zum Glück abgelöst… von Shape of Love.

Hach…  ist doch klar, dass ich SMS für d ich mittlerweile schon zig mal gesehen habe – und bereue das Buch damals weggegeben zu haben. Ich würde es sehr gerne mal wieder lesen.

 

Paris ist immer eine gute Idee

Gestern Nacht um 2:00 Uhr ins Auto gestiegen und nach Paris gefahren. Abends um 21:00 ging es zurück. Heute Morgen um 2:30 Uhr ins Bett gefallen, um 5:30 Uhr wieder aufgestanden… dank 4 Tassen Kaffee und 2 Koffeintabletten den Tag tatsächlich wach verbracht, abends noch ein wenig durch die Innenstadt geschlendert, Pizza gegessen… jetzt gleich noch ein paar Seiten lesen und dann endlich schlafen…. Es hat sich gelohnt.

Paris – egal wie viel Zeit man dort verbringt – ist immer eine gute Idee.

Semesterbeginn

Die erste Veranstaltung im Semester und während der Dozent einen Studienverlaufplan nach dem anderen auf die weiße Wand projiziert, überlege ich krampfhaft, wie Kamikaze ich die nächsten Semester angehe. Besser gesagt… wie heftig es im Wintersemester 2018/2019 und im Sommersemester 2020 wird. Und eine weitere Frage drängt sich jetzt auf, die vorher noch so weit weg erschien und nun dringend beantwortet werden muss: Mache ich meinen Master? Und wenn ja, in welchem Fach?

 

 

 

Stundenplan steht

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Noch hab ich kein einziges Wort meiner Hausarbeit (meiner zwei Hausarbeiten) geschrieben, aber ich hab zumindest schon einmal meinen Stundenplan fürs kommende Semester zusammengestellt. So ganz funktioniert es noch nicht, da die Übung in Politikwissenschaft genauso wie die AGs in Jura nach Priorität bzw. nach dem Windhundverfahren vergeben wird – und zwar erst ab dem 7.10. Aber Montag und Donnerstag hab ich frei, was meine Chefin in der Redaktion freuen dürfte.
Was mich in Hochstimmung versetzt, ist die Blockveranstaltung an 4 Samstagen. Dann muss ich das Proseminar nicht im Sommersemester 2018 belegen und hab Zeit für eine Hausarbeit um nicht wieder das gleiche Problem wie jetzt zu haben.

Falls ihr übrigens eine Idee für ein relativ spannendes Thema in Bezug auf Veza Canetti habt, nur her damit!

Kids der 90er

Heute morgen scrollte ich ein wenig durch meine Facebook-TL und stolperte über diesen Song. Seitdem spielt er in der Endlosschleife und ich schwelge in Erinnerungen. Die 90er, die hab ich komplett mitgemacht. Und damals war meine Welt noch in Ordnung.

Meine Inlineskates waren schwarz mit roten Einsätzen. Wir konnten ohne Angst auf der Straße fahren. Kam mal ein Auto, wurde angehalten, man hat drei oder vier Sätze mit dem Fahrer getauscht (in der bayerischen Provinz kennt man sich) und dann ging es weiter.

Bei uns gab es keinen Kiosk (gibt es immer noch nicht), dafür einen Bäcker, bei dem man sich eine gemischte Tüte holen konnte. Aus irgendeinem Grund war es ultra-cool, wenn man den Namen des Bäckers rückwärts aussprach. Lakritze durfte tatsächlich nicht in die Tüte, aber Frösche mussten mit hinein! Center Shocks (Apfel, alles andere war für Warmduscher) gibt es immer noch jedes Jahr zu meinem Geburtstag.

Britney Spears kann ich noch immer mitsingen… was ich auch hin und wieder mache:

Ich hatte damals den ersten Gameboy in grau zu Weihnachten bekommen und am nächsten Tag meine Mutter dabei erwischt, wie sie die Nacht damit durchgespielt hatte. Mit Tetris. Erst Monate später gab es Super Mario.

Im Ferienlager haben wir exzessiv Bänder geknüpft. Mit Sicherheitsnadeln an der Hose befestigt lehnten wir gegen die Zelte und mixten Farben. Hauptsache bunt. Verehrt wurde diejenige, die tatsächlich Buchstaben knüpfen konnte. Wer am Ende der Ferien nicht mit mindestens fünf neuen Bändchen wiederkam, war ein Loser.

Auf dem Pausenhof wurden ordentlich Diddl-Blätter getauscht. Später kamen Postkarten dazu. Meine Lieblingskarte zeigte die Diddl-Maus unter einem übergroßen Sonnenhut. „Willst du mit mir unter meinen Sombrero knutschen?“

Jo-Jos waren auf dem Pausenhof der Hammer! Und Seilhüpfen. Da war es egal ob man den anderen mochte oder nicht. Da spielten alle zusammen – und verdammt, ich war richtig gut!

Im Gegensatz zu meiner Tante, habe ich nie üEi-Figuren gesammelt. Mein Onkel hat ihr zum Geburtstag und zu Weihnachten jedesmal eine ganze Palette Überraschungseier geschenkt und bis heute ist das für mich der Inbegriff für wahren Liebe. Die Eier wurden fein säuberlich geöffnet, die Figuren behalten, alles andere (inklusive der Schokolade) zu einem Kindergarten gebracht.

Unsere Fenster waren über und über mit Window-Color-Bilder verziert. Blumen, Weinreben, Schmetterlinge.  Selbst als meine Mutter, meine Schwester und ich ausgezogen waren, hatte mein Dad die Bilder an den Fenstern kleben.
Ich habe damals schöne Flaschen gesammelt. Sie standen aufgereiht auf einem Hängeregal, das noch immer in meinem Schlafzimmer hängt. Ich hatte eine weiße, schlanke Likörflasche, die ich mit Weintrauben verziert hatte. Sie landete erst vor 10 Jahren im Altglas.

Nachdem unsere Kelly-Family Phase abgeklungen war, standen wir tatsächlich alle auf die Backstreet Boys. Nick Carter war natürlich der Liebling der meisten – aber ich mochte  Brian lieber … Mein Dad ist fast ausgetickt, als ich zu Weihnachten die BSB-Bettwäsche bekam und mit meinen acht Jahren stolz heuausposaunte, dass ich ab sofort mit 5 süßen Typen im Bett liegen würde.

Meine erste Freundin hatte dann tatsächlich ein mächtiges Arschgeweih… Die kam allerdings erst 2003 😉

Furby oder Tamagotchis hatte ich nie. Dafür die Trolle mit den bunten Haaren und dem Stein im Bauchnabel. Das Bäuchlein reiben brachte Glück!

Die 90er waren schon geil… wir rochen alle nach dem Spice-Girls-Deo von Impuls (oder Vanille) und hatten Glas-Schnuller am 4-You-Rucksack hängen.

Zum Glück sind die 90er jetzt lang genug vorbei um verklärt in Erinnerungen zu schwelgen und alles negative verdrängt zu haben (fast alles… ich sag nur: Adidas-Knopfhosen!).

Prosecco und Katzen statt Champagner und Kerle

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Oh mein Gott… ist es das was mir in zehn Jahren blüht? Die Wahl zwischen 3 Katzen und Prosecco in der Bahn? Ich dachte, mit 40 lass ich die Champagnerkorken knallen. In einer Limousine! Und statt 3 Katzen massieren mir drei süße Kerle mit nackten Oberkörpern und Schleifen um den Hals die Füße und reichen Lindorschokolade… Meine ganze Lebensplanung ist dahin!

 

***

H. ist ein Jura-Kommilitone, 8 Jahre jünger und sehr seltsam (noch seltsamer als Jurastudenten normalerweise sind)… im Januar hat er mir mal völlig aus dem Kontext heraus gesagt, ich wäre ihm zu alt fürs Daten. Seitdem schickt er mir regelmäßig Selfies und fragt mich, ob er so abends weggehen kann oder er schickt mir Memes und eben Katzenbilder…