Das Weihnachtsgansl

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Es ging im September los. Kasimir und sein Vater fingen an zu bohren. „Wir wollen eine Weihnachtsgans!“ Meine Schwiegermutter war strikt dagegen. Sie selbst hatte eine völlig andere Erinnerung an die letzte im heimischen Herd zubereitete ganze Gans und hatte eher Lust auf Schweinebraten. Ich war da ganz bei ihr.

Im Restaurant meiner Schwiegereltern gibt es ab Ende Oktober Gänsebrust… Und wir gehen 1x im Jahr groß Gans-Essen im städtischen Golfclub. ICH KANN GANS AN WEIHNACHTEN NICHT MEHR SEHEN!

Dennoch, Kasimir und sein Schwiegervater haben sich durchgesetzt. Sie wollten die Gans zubereiten, die Schwiegermutter sollte nichts mehr damit zutun haben und ich war für die Sauren Zipfel zuständig.

Um 14 Uhr an Heiligabend kamen wir wie besprochen bei den Schwiegereltern an. Die Gans lag schon in der Küche auf der Arbeitsfläche – aber vom Schwiegervater keine Spur. Der war – nach Nachforschungen -in den Keller verschwunden um die übrigen Geschenke einzupacken.

Also wurde nicht lange lamentiert und die Schwiegermutter legte helfende Hand an, während mein Freund immer nervöser und nervöser wurde …. und 1 1/2 Flaschen 80€-Bordeaux leer machte. Um 15 Uhr war die Gans dann im Ofen und der Schwiegervater tauchte auf. Es wurde eine Flasche Champagner geleert und die Innereien der Gans in der Pfanne gebraten. Schließlich hatten wir Hunger.

Eine Stunde später waren die Nierchen, der Magen und das Herz im Magen verschwunden, das ein oder andere Weißwein-Glas geleert und nachdem wir die Spülmaschine eingeräumt hatten, wurden die ersten drei Geschenke geöffnet. Um die Zeit zu überbrücken – und die zweite Flasche Champagner geöffnet.

Das war jetzt der Moment, an dem ich mir dachte: Ne… lass mal. Du musst morgen noch arbeiten. Ich trank also nichts mehr.

eine weitere Stunde später waren die Sauren Zipfel gekocht und gegessen und es wurden weitere Geschenke geöffnet… als Kasimir plötzlich aufstand, im Laufschritt die Toilette aufsuchte und da erstmal nicht wieder hervorkam.

Der arme, dachte ich mir.

Wir packten weiter aus, sprachen extra laut, damit er uns auf dem Klo sitzend auch noch verstehen konnten und hatten Spaß. Als er wieder auftauchte, verzog er sich ins Schlafzimmer seiner Eltern und schlief tief und fest ein. Für 2 Stunden.

Die Gans war zwischenzeitlich fertig und wurde von uns verbliebenen dreien gegessen. Man befand, dass im nächsten Jahr ein Schweinebraten gemacht werden würde – die Gans sei überbewertet.

Kasimir kam dann irgendwann aus dem Schlafzimmer wieder, hellwach, sehr gut gelaunt und sehr erstaunt – weswegen wir ihn nicht zur Gans geweckt hätten. Er hat dann die Reste aufgewärmt bekommen.

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3 Gedanken zu “Das Weihnachtsgansl

  1. Geschmacklich würde ich einen Vogel immer dem Schwein vorziehen, arbeitstechnisch kann ich es nicht beurteilen, wie viel Aufwand das ist. Ich habe mich noch nie getraut eine Gans zu machen. Die Sauerei im Backofen schreckt mich eher ab. Aber eines Tages werde ich es wagen. ;).

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