Die Sache mit dem Sterben

Vorgestern hab ich meiner Schwiegeroma ein Stück Marmorkuchen vorbei gebracht. Sie wirkte wohl auf, schaffte es das Telefon zu halten, die Tasten zu drücken. Sie wirkte vollkommen wach.
Gestern haben wir sie kurz besucht. Ich kurz, Kasimir sehr lange. Sie hat nichtmal bemerkt, dass ich da war.

Dennoch hab ich nicht das Gefühl, dass da eine Frau liegt, die bald stirbt. Kasimir und seine Mutter sehen das auch so. Nur sein Vater ist der Meinung, dass seine Mutter jeden Tag schwächer wird und den Ende des Julis nicht mehr mitbekommt.

Sterben ist eine höchstpersönliche Angelegenheit… die Situation ist neu für mich. Meine Eltern starben umangekündigt plötzlich. Morgens hab ich mit meiner Mutter noch am Küchentisch gesessen, mittags im Kaffee und Nachmittags war sie tot.

Meine Oma lag 6 Jahre im Wachkoma, bevor sie starb. Als mein Opa starb, war ich nicht dabei.

Das jemand so im sterben liegt… das ist neu für mich. Und die Angst vor dem Tod ist neu für mich. Vor ein paar Tagen kam Kasimirs Vater zu ihr ins Zimmer. Sie war voller Angst:
„Mein Arm tut mir weh! Ich werde doch keinen Herzinfarkt bekommt?!“
Er nahm ihre Hand, nahm Puls. „Nein, dein Puls ist vollkommen kräftig. Dein Herz ist stark. Du bekommst keinen Herzinfarkt.“
„Ah gut, ich hatte schon Angst…“

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