Umfrage: Totschlag durch Unterlassen oder Unterlassene Hilfeleistung?

Mal eine kleine Umfrage 🙂 Und ich bitte um fleißige Teilnahme!

Folgenden Fall haben wir am Donnerstag in der AG besprochen:

O ist in einen Brunnen gefallen. A, der zufällig vorbeikommt, hört seine verzweifelten Hilferufe. Eilig läuft er zum Brunnen und lässt zur Rettung des O ein Seil herab. Als er jedoch in diesem seinen seit Langem verhassten Rivalen um die Gunst der schönen Helena erkennt, zieht er, noch bevor O das Seil ergreifen kann, dieses wieder zurück. O ertrinkt.

Strafbarkeit des A nach §§ 212 i.V. m § 13 StGB oder § 323c StGB?

Das Strafmaß ist beim Totschlag durch Unterlassen nicht unter 5 Jahre (es kann gem. § 13 StGB ein geringeres Strafmaß verhängt werden – muss aber nicht)

Bei unterlassener Hilfeleistung liegt das Strafmaß bei Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe.

Also… was sagt euch euer Gefühl?

Die Umfrage geht jetzt mal eine Woche… sobald ich merke, dass keine neuen Klicks mehr passieren, löse ich schon vorher auf 🙂 Bitte macht mit. Und bitte ehrlich antworten. Keine „wenn sie schon so fragt, muss es doch DAS sein!

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11 Gedanken zu “Umfrage: Totschlag durch Unterlassen oder Unterlassene Hilfeleistung?

  1. Ich hab von Strafrecht (noch) keine Ahnung, aber ich hab jetzt mal aus dem Bauch heraus (obwohl man das ja als angehende Juristin nicht soll 😉 ) Totschlag durch Unterlassen angeklickt.
    Meine Gedanken dazu:
    Hätte A zwar Hilferufe gehört, ist aber einfach weiter gegangen, hätte ich unterlassene Hilfeleistung gesagt.
    Da A aber bereits Hilfe leisten wollte, beim Seil runterlassen bemerkt haben muss, dass da Wasser drinnen ist und der O vermutlich ohne seine Hilfe ertrinkt und er das bewusst in Kauf genommen hat, ist es für mich eher Totschlag durch Unterlassung. Meiner Meinung nach hat sich A beim Entfernen des Seils bewusst dafür entschieden O sterbend zurück zu lassen.

    1. Ach, es geht ja nicht darum ob man von Strafrecht eine Ahnung hat oder nicht 🙂 Für die Umfrage ist es sogar besser, wenn man keine Ahnung hat.

      Weißt du denn, ob es große Unterschiede zwischen dem österreichischen Strafrecht und dem deutschen gibt?

      1. Strafrecht ist bei uns erst im 2. Studienabschnitt dran, daher hab ich wie gesagt noch keine Erfahrungen und kann noch weniger das deutsche und das österreichische Strafrecht vergleichen. Prinzipiell haben diese zwei Rechtsordnungen gemeinsame Wurzeln und auch heute sind sich einige Regeln sehr ähnlich. In anderen Punkten unterscheiden sich die Rechtsordnungen aber auch wieder stark. Das kommt wohl immer drauf an. 🙂
        Beide fußen aber wohl auf der Constitutio Criminalis Carolina.

  2. Hab’s jetzt doch mal gegooglet. Wer sind denn A und O? Dachte an die trojanische Helena, aber das wären P(aris) und M(enelaos). Oder gibt’s sprechende Namen nur bei uns in der Juristerei?

    1. 😀 genau das gleiche hab ich auch gemacht ^^ Da war wohl jemand nicht kreativ genug bei der Aufgabenstellung.
      unsere Übungsleiterin meinte letztens, solch schmückenden Adjektive sollen wir überlesen. Weswegen bei ihr im Fall die Rede von der „üppigen Konrektorin“ war und der Begleitsatz „Auch üppige Menschen dürfen Verträge abschließen“ 😀

  3. Ich tippe auf Totschlag durch Unterlassen. A entschied sich in dem Moment das Seil wieder hochzuziehen, als er O erkannt hat. Daher hat er dem Moment bewusst gehandelt.
    Bei unterlassener Hilfeleistung würde ich nicht erst helfen und dann wieder abweichen.

  4. Ich habe ebenfalls „Totschlag durch Unterlassen“ gevotet. Meine Ausbildung hat zwar nicht so viel Strafrecht umfasst und ist auch schon …länger… her, aber da er seine Hilfeleistung nach Erkennen der Person, die in Lebensfahr war, aufgrund der Identität der Person, eingestellt hat ist das meines Erachtens „mehr“ als „nur“ unterlassene Hilfeleistung.

  5. Grundsätzlich finde ich, dass man schon in dem Heraufziehen des Seils ein aktives Tun sehen kann, vor allem, wenn man nach dem Schwerpunkt der Vorwerfbarkeit geht.
    Allerdings will die Aufgabenstellung nur die beiden Unterlassensdelikte auseinander klamüsert haben.
    Es klingt hart, aber es ist nur unterlassene Hilfeleistung, weil A für O kein Garant ist, die für eine Strafbarkeit aus einem unechten Unterlassensdelikt zwingend erforderlich ist.
    Ist gefühlt ungerecht, aber wenn man mal genauer darüber nachdenkt, wäre es ganz schön heftig, immer direkt bei den unechten Unterlassensdelikten zu landen, selbst wenn man die Ausgangsgefahr nicht geschaffen hat oder auch sonst keine Rechtspflicht zur Rettung hat. Da bliebe nicht mehr viel Luft nach Oben für echte Garanten.

  6. Oh, da kann man was anklicken? Seh ich nicht. MAcht nix, antworte ich mal so:
    Er will HIlfe leisten und zieht sie wieder zurück. Somit unterläßt er Hilfe. Allerdings (Ja, ich bin REalist): es müßte ihm klar sein – so würde ich ihn vom Alter her einschätzen, wenn er schon Nebenbuhler kennt – dass der andere aus dem Brunnen nicht entkommen wird ohne externe Hilfe. Ich weiß nun nicht, ob das schon die Voraussetzung für Totschlag erfüllt, würde meinen Tip aber in diese Richtung abgeben.

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