Kasimir und die entschleunigte Zeit

„Hey“, flüstert er zärtlich ins Telefon.
„Hey“, flüstere ich zurück. Es ist nach Sonnenuntergang und wir telefonieren wie jeden Abend, wenn ich mal nicht Zuhause bin.
„Und was hast du heute so gemacht?“, fragt er.
„Ach, nichts“, antworte ich und schiebe die Decke weg. Es sind weit über 20 Grad im Zimmer und ich muss mich erst daran gewöhnen, nicht automatisch die Decke über mich zu ziehen.
„Wie… nichts? Ich dachte, ihr habt für jeden Tag ein Programm?“
Ich seufze. „Nein. Darum geht es doch. Nichts tun. Gar nichts. Rumsitzen, lesen, schlafen, essen und wieder nichts tun. Gar nichts. Absolut nichts tun.“
„Ach so.“
Er schweigt und ich schweige auch. Für einen Moment. Ich kann ihn atmen hören. Tief und gleichmäßig.
„Das hört sich gut an.“, sagt er schließlich.
Oh ja, das finde ich auch.

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2 Gedanken zu “Kasimir und die entschleunigte Zeit

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