Gemeinsamer Kochabend

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Gemeinsamer Kochabend. 5 Menschen stehen um einen riesigen Topf mit Tomaten-Hackfleischsoße und jeder will seinen Salz dazugeben. Irgendwann sagt einer: „Viele Köche verderben den Brei!“, woraufhin sich alle entscheiden, dass er nicht derjenige sein will, der den Brei verdirbt und man zieht gemeinsam auf die Couch um ins Feuer zu starren und übrig gelassene Pralinen von der letzten Geburtstagsfeier zu naschen. Ein paar Minuten kommt einer auf die Idee, die neue Mixed-CD, die er im Auto hört, allen anderen vorzuspielen. Keiner denkt an die Knoblauchzehen die im Olivenöl im Backofen köcheln. Außerdem ist der Wein viel zu lecker um am Herd getrunken zu werden.

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Nachdem man nach einer Stunde „kochen“ langsam Hunger verspürt, richten alle einen Salat an. Person a holt das Dressing, ein anderer röstet das Brot an, der dritte wäscht den Salat („Mache ich nieeeee wieder“) und derjenige, der eigentlich kochen wollte, sitzt im Arbeitszimmer und geht die Mixed-CD durch.

In Anbetracht dessen, dass man noch eine 3 Kilo-Hackfleisch-Mafia-Soße mit Spagetti isst, hat man den ganzen Tag nichts gegessen und schüttet nun literweise Wein in sich hinein. Nach dem Salat ist kaum noch einer Nüchtern. Man entscheidet sich, die Haare von Person B zu schneiden. Über der Badewanne. Person A holt den Rasierer mit dem Abstandshalter und Person C richtet diesen ein, während Person B sich ausgezogen hat und in der Badewanne sitzt und schreit: Machs kurz, machs kurz! Person D und Person E passen nicht mehr ins Badezimmer und gehen zurück ins Wohnzimmer und hören sich einen Sketch im Radio an.

10 Minuten später kommen Personen A, B und C wieder aus dem Badezimmer. Alle drei mit Stolzgeschwellter Brust. Person B hat gleichmäßig geschnittene Haare, Person A hat es rasiert und Person C glaubt, es wäre allein sein Verdienst, weil er ja den Abstandshalter eingestellt hat.

Person D entscheidet sich, endlich das Dessert zu machen, während Person C Person B fragt, ob es okay ist, dass der Knoblauch im Backofen mittlerweile schwarz geworden ist. Person B verneint energisch, stürzt zum Backofen und muss erkennen, dass der Knoblauch nicht mehr genießbar ist. Person  A holt ihn aus dem Backofen und stellt die Schale in die Spüle. Person D öffnet die dritte Flasche Wein.

Daran, dass man eine Stunde später tatsächlich noch die Spagetti, die Hackfleischsoße und das Dessert, sowie die Packung Pralinen und den restlichen Geburtstagskuchen aufgegessen hat, erinnert sich keiner mehr ganz klar. Nur, dass man plötzlich über Hans Jonas‘ „Prinzip Verantwortung“ gelästert hat.

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